Ein Halbmarathon in 12 Wochen vorbereiten — das klingt für viele nach einem sportlichen, aber machbaren Ziel. Als Trainer und Läufer weiß ich: der Schlüssel liegt nicht in sturem Abarbeiten von Trainingshäufigkeiten, sondern in einem Plan, der zu deinem Alltag passt. Hier zeige ich dir, wie ich einen 12‑Wochen‑Richtplan erstelle und ihn an verschiedene berufliche Belastungen anpasse, damit du trainierst ohne auszubrennen.
Grundprinzipien, bevor wir starten
Bevor du eine Woche strukturierst, kläre ich drei Dinge mit mir und mit dir:
Auf Basis dieser drei Punkte definiere ich Trainingshäufigkeit (3–5 Läufe/Woche), Form der Intensitäten (Intervalle, Tempodauerläufe, Longrun) und ergänzende Einheiten (Kraft, Mobility, Crosstraining).
Die Wochenstruktur — mein Standard
Ich arbeite meist mit einem modularen Wochenmuster, das sich leicht verschieben lässt. Ein typischer Wochenaufbau sieht so aus:
Ich priorisiere die harte Einheit (Intervall/Tempo) und den Longrun. Wenn berufliche Termine eng werden, opfere ich eher einen lockeren Lauf als eine dieser Kern-Einheiten.
Intensitäten und Pace-Empfehlungen
Wenn du Trainingspacing planst, orientiere ich mich an drei Bereichen:
Nutze wenn möglich eine Uhr (z. B. Garmin) oder Strava zur Kontrolle — aber höre auch auf dein Gefühl. Pace‑Vorgaben sind Orientierung, nicht religiös.
Beispiel für einen flexiblen 12‑Wochen‑Aufbau (Wöchentliches Template)
| Tag | Einheit | Ziel |
|---|---|---|
| Montag | Lockerer Lauf / frei | Regeneration, 30–50 Minuten |
| Dienstag | Intervall / Fahrtspiel | Qualität: VO2max/Schwelle, 30–50 Minuten inkl. Warm‑/Cool‑Down |
| Mittwoch | Kraft & Mobility | Core, Beine, 20–40 Minuten |
| Donnerstag | Tempo-Dauerlauf | 30–45 Minuten im HM‑Pace bis etwas schneller |
| Freitag | Ruhetag / akt. Erholung | Stretch, Spaziergang |
| Samstag | Lockerer Lauf | 45–70 Minuten, locker |
| Sonntag | Langer Lauf | Progressiv, 75–150 Minuten (je nach Niveau) |
Dieses Template skaliere ich je nach Zeit: bei 3 Läufen/Woche kombiniere ich Dienstag (Intervall) mit Donnerstag (Tempo) in einer Einheit und mache Samstag als Optional für Kraft oder kurzen Lauf.
Wie ich die 12 Wochen progressiviere
Meine Progression basiert auf drei Hebeln:
Typischer 3‑Phasen‑Rhythmus:
Anpassungen an berufliche Belastung
Wie passe ich nun konkret an, wenn der Job stressig ist? Hier meine Strategien, die ich selbst häufig nutze:
Wichtig: Wenn Arbeit und Schlaf leiden, reduziere das Trainingsvolumen aktiv. Kurzfristiger Trainingsrückgang ist besser als langfristige Erschöpfung.
Kraft, Mobility und Vorbeugung
Ich integriere immer kurze Krafteinheiten (2×20–30 Minuten/Woche). Schwerpunkte:
Markenhinweis: Ich nutze gern Widerstandsbänder (z. B. von Theraband) und eine Schaumstoffrolle (Foam Roller) — kostengünstig und effektiv.
Beispiele für harten Trainingstag je nach Zeit
Monitoring und Anpassung während der 12 Wochen
Ich tracke nicht nur Kilometer, sondern Wohlbefinden: Schlaf, Stresslevel, Muskelkater, Motivation. Ein einfaches Notizfeld reicht. Wenn du mehrere aufeinanderfolgende schlechte Tage hast, reduziere die Intensität oder nimm einen zusätzlichen Ruhetag.
Tools: Garmin/Polar für Herzfrequenz & Laufdaten, Strava für das Trainingstagebuch, und ein einfaches Notizbuch für subjektive Werte. Manche Athleten profitieren auch von einem wöchentlichen Gespräch mit einem Coach — das ist kurzfristig oft die beste Investition.
Rennen annähern und Taper
In den letzten drei Wochen mache ich spezifischere Rennvorbereitungen: kürzere Intervalle, ein oder zwei Renntempo‑Abschnitte im Longrun und ab Woche 11 Reduktion des Volumens um 30–40%. Der Körper soll frisch an den Start.
Wenn du magst, erstelle ich dir auf Basis deiner aktuellen Laufumfänge und Arbeitssituation einen konkreten, personalisierten 12‑Wochen‑Plan — schreib mir dazu deine Kilometer/Woche, längster Lauf und typische Arbeitsbelastung.