Wenn die Trainingsbelastung steigt, muss auch die Ernährung mitziehen. Ich habe in meinen intensiven Trainingsphasen gelernt, dass kleine Anpassungen einen großen Unterschied machen: bessere Regeneration, weniger Müdigkeit und schnellerer Leistungszuwachs. In diesem Artikel teile ich meine praktische Herangehensweise an Meal-Prep für intensivere Phasen — konkret, umsetzbar und auf Alltagstauglichkeit ausgelegt.

Was bedeutet "intensivere Trainingsphase" für die Ernährung?

Für mich heißt das: mehr Umfang oder mehr Intensität (Intervalle, Tempoläufe), manchmal beides. Der Energiebedarf steigt, der Bedarf an Kohlenhydraten für die Leistung und an Proteinen für die Muskelreparatur nimmt zu, und die Mikronährstoffe (z. B. Eisen, Vitamin D, Magnesium) werden wichtiger, weil sie Stoffwechsel und Erholung unterstützen.

Wichtig ist, nicht einfach "mehr zu essen", sondern gezielt zu optimieren: Makronährstoffe anpassen, Mahlzeiten-Timing beachten und auf qualitativ gute Zutaten setzen. Meal-Prep hilft dabei, diese Struktur in den Alltag zu bringen.

Grundprinzipien meiner Meal-Prep-Strategie

  • Kalorienbedarf abschätzen: Erhöhe die tägliche Kalorienzufuhr moderat — meist +200–600 kcal/Tag, abhängig von Umfang und Ziel (Gewicht halten vs. zulegen).
  • Kohlenhydrate priorisieren: Für intensive Einheiten plane ich 5–7 g Kohlenhydrate pro kg Körpergewicht bei sehr hohem Umfang; in moderaten Phasen reichen 3–5 g/kg.
  • Protein konstant hoch: 1,6–2,0 g Protein/kg Körpergewicht/Tag, verteilt auf 3–5 Mahlzeiten.
  • Fette nicht vernachlässigen: 20–35 % der Kalorien helfen bei Hormonhaushalt und Sättigung — gesunde Quellen wie Olivenöl, Nüsse, Avocado.
  • Hydration & Elektrolyte: Mehr Training = mehr Schweiß = mehr Salz. Ich ergänze bei langen Einheiten Elektrolyte (z. B. Nuun, SiS GO Electrolyte).
  • Meal-Prep-Aufbau für eine Trainingswoche

    Ich strukturiere meine Woche in drei Hauptkomponenten:

  • Vorrat an Kohlenhydratquellen: Reis, Süßkartoffeln, Vollkornpasta, Haferflocken.
  • Vorrat an Proteinquellen: Hähnchenbrust, Linsen, Eier, griechischer Joghurt, Magerquark, Tofu.
  • Vorrat an Gemüse & Fetten: Tiefkühl-Gemüse, Blattspinat, Brokkoli, Nüsse, Olivenöl, Avocado.
  • Mit diesen Basiszutaten kann ich schnell Mahlzeiten zusammenstellen: Bowl mit Süßkartoffel + Hähnchen + Spinat, Haferporridge mit Protein und Nüssen, Nudelpfanne mit Linsenbolognese.

    Konkrete Meal-Prep-Beispiele (für 1 Woche)

    Hier sind meine Lieblings-Komponenten, die ich sonntags vorbereite. Mengen passen für eine Person mit ~75 kg und moderat bis hohem Trainingsumfang — bei Bedarf anpassen.

    KomponenteZubereitungPortionen
    Basiskohlenhydrate3 kg Süßkartoffeln backen (180°C, 45–60 min) + 2 kg Naturreis kochen8–10
    Protein 11,5 kg Hähnchenbrust im Ofen mit Gewürzen (30–40 min)8–10
    Protein 2 (Vegetarisch)1 kg Linsen (grün) vorkochen mit Tomaten & Kräutern8–10
    GemüseTiefkühl-Mix & frischer Brokkoli dämpfen; Salat vorbereiten8–10
    FrühstücksvorratHafermischung (700 g Hafer + Proteinpulver + Nüsse) in Gläser verteilen7
    SnacksHartgekochte Eier (12), Gemüse-Sticks, Portionierte Nussmischung7–12

    Beispiele für tägliche Mahlzeiten

    Ich baue meine Tage je nach Training so auf:

  • Training am Morgen (60–90 min):
  • Vor dem Training: 30–60 g leicht verdauliche Kohlenhydrate (Banane, Toast, kleine Haferportion).
  • Nach dem Training (innerhalb 30–60 min): Recovery-Shake mit 20–30 g Protein + 40–60 g Kohlenhydrate (z. B. 1 Banane + 30 g Whey + Haferflocken)
  • Mittag: Reis + Hähnchen + Gemüse + 1 EL Olivenöl
  • Snack: Joghurt mit Beeren und Nüssen
  • Abend: Süßkartoffel-Bowl mit Linsen, Spinat, Avocado
  • Für Abendläufe oder Intervalltraining am Nachmittag verschiebe ich die Kohlenhydrate auf den Nachmittag/Vor-dem-Training-Snack.

    Rezeptideen, die ich immer nutze

  • Schnelle Linsen-Bowl: Vorgekochte Linsen, gebratene Paprika, Babyspinat, Feta, 1 EL Olivenöl, Zitronensaft. Variabel, proteinreich, schnell.
  • Hähnchen-Süßkartoffel-Blech: Geschnittene Süßkartoffel, Hähnchenstücke, Brokkoli, Rosmarin, 2 EL Olivenöl — 30–35 min bei 200°C.
  • Overnight Oats mit Protein: 60 g Hafer, 200 ml Milch, 1 Portion Proteinpulver, 1 EL Leinsamen, Beeren — über Nacht.
  • Recovery-Smoothie: 1 Banane, 250 ml Milch oder Haferdrink, 30 g Whey, 1 EL Erdnussbutter, Handvoll Spinat.
  • Timing und Makroverteilung — ein praktisches Beispiel

    Für einen Trainingstag mit 90 Minuten intensive Einheit orientiere ich mich so (Beispiel: 75 kg, Ziel Leistungsaufbau):

    MahlzeitKohlenhydrateProteinFett
    Vor dem Training (klein)40–60 g5–10 g2–5 g
    Nach dem Training40–70 g20–30 g5–10 g
    Mittagessen60–80 g30–40 g15–20 g
    Snack20–30 g10–20 g8–12 g
    Abendessen50–70 g25–35 g15–20 g

    Diese Verteilung liefert ausreichend Kohlenhydrate, um Glykogenspeicher zu füllen, und Proteine für die Muskelreparatur. Die Fette helfen, die Sättigung zu sichern.

    Praktische Tipps für die Umsetzung

  • Portioniere sofort: Ich packe Mahlzeiten in Schraubgläser oder BPA-freie Boxen — sichtbar und griffbereit im Kühlschrank.
  • Variabilität: Eine Basis (z. B. Reis) + 3 Proteine + 4 Saucen/Gewürze = viele Kombinationen.
  • Qualität vor Quantität: Ich kaufe saisonales Gemüse, Vollkornprodukte und vermeide fertig verarbeitete "Sport" Lebensmittel mit unnötigem Zucker.
  • Supplements gezielt: Whey oder veganes Protein für schnelle Erholung, Omega-3 (z. B. von NORSAN oder Nordic Naturals) bei Bedarf, Eisen bei nachgewiesenem Mangel — Blutcheck empfohlen.
  • Langstrecke planen: Für Trainingslager erhöhe ich die Kohlenhydrate systematisch und packe zusätzlich Energiegels, Riegel (z. B. Clif, Maurten) für Wettkampfsimulationen.
  • Was ich aus Fehlern gelernt habe

    Früher dachte ich, mehr Proteine allein reichen. Das führte zu Energieeinbrüchen. Heute priorisiere ich Kohlenhydrate rund um harte Einheiten. Ein anderer Fehler: zu starre Pläne. Meal-Prep ist ein Gerüst, nicht ein Korsett — flexibel bleiben.

    Wenn du willst, kann ich dir auf Basis deines Gewichts und Trainingsumfangs einen konkreten Wochenplan mit Einkaufsliste und Portionsempfehlungen erstellen. Schreib mir einfach deine Parameter (Gewicht, Trainingsstunden/Woche, Ziel) — dann mache ich dir einen praxisorientierten Vorschlag.