Du hast ein Ziel: in sechs Wochen eine persönliche Bestzeit über 10 km laufen, ohne dich kaputtzumachen. Genau das habe ich viele Male geplant und begleitet — mit Läufern, die arbeiten, Familien haben oder einfach nicht 20 Stunden pro Woche trainieren wollen. In diesem Plan geht es nicht um Wunder, sondern um Struktur, Intensität und Erholung. Ich teile hier einen klaren, evidence-informed Ansatz, der Tempoarbeit, Umfang und Regeneration so kombiniert, dass du Fortschritte machst und das Risiko von Übertraining minimierst.
Grundprinzipien: Warum sechs Wochen funktionieren können
Sechs Wochen sind genug, um spezifische Ausdauerreize zu setzen, anaerobe Schwelle zu verbessern und Renntempo zu trainieren — vorausgesetzt, du kommst mit einer soliden Basis (regelmäßiges Laufen, 30–50 km/Woche idealerweise) und gesunden Beinen. Wichtig sind:
Woche-für-Woche-Übersicht (6 Wochen)
Der Plan ist für einen Läufer mit Basisniveau gedacht. Weekday-Läufe sind kurz und fokussiert, das Wochenende bietet langen Lauf + Tempofokus. Passe bei Bedarf die Kilometer an dein bisheriges Pensum an.
| Woche | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ruhetag | 10–12 km lockerer Dauerlauf | Tempowechsel 6×1 km (RT +10–15s) + Einlauf/Auslauf | 6–8 km locker + Technik/Drills | Ruhetag / leichtes Crosstraining | 12–16 km langsamer langer Lauf | 6–8 km Erholung |
| 2 | Ruhetag | 10–12 km inkl. 2×15' im Schwellentempo | Intervall 8×400 m (rennähnlich) mit 200 m Trab | 6–8 km locker + Kraft (Rumpf, einbeinige Übungen) | Ruhetag | 14–18 km langsamer Lauf | 5–8 km locker |
| 3 | Ruhetag | 10 km lockerer Lauf + Technik | 3×2 km im 10-km-Renntempo (RT) + 3' Pause | 6–8 km locker | Leichte Fahrtspiel-Einheit 30–40' | 10–12 km mit 5–6 km im Halbmarathon-/Schwellentempo | Regenerationslauf 5–8 km |
| 4 | Ruhetag | 12 km inkl. 3×10' Schwelle | Intervall 5×1 km RT -5–10s mit 2' Pause | 6–8 km locker + Kraft | Ruhetag | 16–18 km langsamer Lauf (locker) | 6 km locker |
| 5 | Ruhetag | 10 km lockerer Lauf | Tempoeinheit: 10–12×400 m schneller als RT mit 200 m Pause | 6 km locker + Technik | Aktive Erholung | 8–10 km inkl. 6 km genaues Renntempo (Simulation) | Rest / 5–6 km locker |
| 6 (Taper) | Ruhetag | 8–10 km locker | Kurze Fahrtspiel-/Tempo-Burst 6×200 m (schnell) | 5–6 km locker | Ruhetag | Ruhe/leichter Lauf 20–30' (optional) | Wettkampf: 10 km - Bestzeit! |
Erklärung der Schlüssel-Einheiten
Ich erkläre dir die wichtigsten Einheiten, damit du weißt, was sie bewirken und wie du sie ausführen solltest:
Verletzungsprävention & Regeneration
Ohne saubere Beine keine Bestzeit. Achte täglich auf:
Erkenne Übertraining — und was dann?
Übertraining schleicht sich ein: anhaltende Müdigkeit, schlechtere Laune, erhöhte Ruheherzfrequenz, Schlafprobleme oder schleppende Trainingsleistungen. Wenn du diese Signale siehst:
Renntag-Tipps
Die letzten 48 Stunden bestimmen oft, wie gut du performst:
Feinabstimmung & persönliche Anpassungen
Jeder Körper reagiert anders. Wenn du bemerkst, dass Intervalle dich komplett auszehren, tausche einige in kürzere, schnellere Einheiten oder reduziere die Gesamtwiederholungen. Wenn du sehr erholungsbedürftig bist, integriere einen zusätzlichen aktiven Erholungstag statt harter Sessions. Nutze GPS-Uhren (z. B. Garmin, Coros) und Polar-HR-Brustgurte für zuverlässige Herzfrequenzdaten — sie helfen dir, Belastungen objektiv zu steuern.
Wenn du möchtest, kann ich dir einen individuelleren Sechs-Wochen-Plan erstellen — nenne mir aktuelle Wochenkilometer, Zielzeit und eventuelle Verletzungshistorie. Dann passe ich Intensitäten und Umfang so an, dass du dein Potenzial heben kannst, ohne den Körper zu riskieren.