Intensive Trainingsphasen stellen andere Anforderungen an deinen Körper als lockeres Grundlagentraining. Als Läufer, Trainer und Sportwissenschaftler habe ich viele Athleten durch solche Phasen begleitet — ob Wettkampfvorbereitung, Aufbaublock oder Pyramidenwochen mit hoher Belastung. In diesem Artikel teile ich meine persönliche Nährstoffstrategie: wie viel Eiweiß, Kohlenhydrate und Salz wirklich nötig sind, wie du die Mengen praktisch umsetzt und welche Fehler du vermeiden solltest.
Wozu die Anpassung der Nährstoffe während intensiver Phasen?
Wenn das Volumen oder die Intensität zunimmt, verändert sich der Energie- und Nährstoffbedarf. Du brauchst mehr Kohlenhydrate für Leistung und Glykogenresynthese, mehr Eiweiß für die Regeneration und den Muskelerhalt, und ausreichend Elektrolyte — insbesondere Natrium — um die Flüssigkeits- und Leistungsfähigkeit zu stabilisieren. Ich habe beobachtet, dass Athleten, die diese Anpassungen ignorieren, schneller ermüden, schlechter regenerieren und anfälliger für Leistungseinbrüche sind.
Eiweiß: Menge, Zeitpunkt und Quellen
Meine Faustregel für intensive Phasen:
Der Zeitpunkt ist entscheidend: Verteile das Eiweiß gleichmäßig über den Tag (3–4 Portionen) und plane nach harten Einheiten eine proteinreiche Mahlzeit oder einen Shake (20–40 g hochwertiges Eiweiß). Ich persönlich nutze oft einen Whey-Shake direkt nach Intervallen und eine proteinreiche Mahlzeit 1–2 Stunden später. Pflanzliche Alternativen wie Erbsen- oder Reisprotein funktionieren ebenfalls, benötigen aber manchmal höhere Mengen oder Kombinationen für die gleiche Aminosäurequalität.
Gute Quellen: mageres Fleisch, Fisch, Eier, Quark/Hüttenkäse, Hülsenfrüchte, Tofu und proteinreiche Getreideprodukte. Marken, die ich empfehle: QNT Whey, MyProtein Impact Whey oder für Pflanzenfans Notsu oder Vega (je nach Verfügbarkeit in DE).
Kohlenhydrate: Menge, Qualität und Timing
Kohlenhydrate sind für intensive Trainingsphasen das Kernelement. Ohne ausreichende Kohlenhydratversorgung leidet dein Tempo, die Trainingsqualität sinkt und die Regeneration verlängert sich.
Wichtig ist nicht nur die Menge, sondern das Timing:
Praktische Produkte: Maurten Drink Mix für Wettkampf, SIS Beta Fuel für lange Läufe, frisches Obst, Reis, Kartoffeln, Vollkornbrot und Haferflocken für Alltagsversorgung. Ich kombiniere oft komplexe Kohlenhydrate für die Basis und schnell verfügbare Quellen rund ums Training.
Salz (Natrium): Warum es oft unterschätzt wird
Salz ist nicht nur Geschmack: Bei starkem Schwitzen verlierst du Natrium, das für die Flüssigkeitsretention, Nerven- und Muskelfunktion essenziell ist. Besonders in langen Einheiten, bei Hitze oder bei starken Salzverlierern (ich selbst zähle dazu) kann eine zu geringe Natriumzufuhr zu Krämpfen, Schwindel und reduzierter Leistungsfähigkeit führen.
Messbar macht das die Schweißanalyse, die nicht für jeden nötig ist. Ich empfehle, die Schweißmenge und -salzigkeit subjektiv zu beobachten: wenn deine Kleidung salzig aussieht oder du häufig Krämpfe hast, erhöhe die Salzaufnahme. Produkte wie SaltStick, SiS Electrolyte oder einfache Salztabletten sind praktisch; alternativ gebe ich meinen Sportlern oft kleine salzige Snacks (Oliven, Brühe, gesalzene Kartoffeln) während langer Einheiten.
Praktische Tagesbeispiele
Hier ein typischer Tag in einer intensiven Trainingswoche für einen 70-kg-Läufer (ca. 700–800 kcal/h Trainingsaufwand an Spitzen, nur Beispiel):
| Nährstoff | Menge |
| Eiweiß | 1,8–2,0 g/kg → 126–140 g/Tag |
| Kohlenhydrate | 6–8 g/kg → 420–560 g/Tag |
| Salz (Natrium während Belastung) | 500–1.000 mg/h bei langen Einheiten |
Beispielmahlzeiten: Frühstück: Haferflocken mit Milch, Banane, Nussbutter, ein Joghurt (ca. 60 g KH, 25 g Protein). Vor dem Morgen-Intervall: 1 Banane + 200 ml Sportgetränk (schnelle KH). Direkt nachher: Whey-Shake (25–30 g Protein) + Reiskuchen. Abendessen: Lachs, Süßkartoffel, Brokkoli (Protein + komplexe KH). Zwischenmahlzeiten je nach Bedarf: Quark mit Beeren, Nüsse, Vollkornbrot mit Putenbrust.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Feinabstimmung und Monitoring
Jeder Körper reagiert anders. Ich empfehle Athleten, ihre Leistung, Trainingsqualität, Schlaf und Körpergewicht (Morgenmessung) zu protokollieren. Fall du über Tage deutlich an Gewicht verlierst, fehlt Energie — meist Kohlenhydrate/Flüssigkeit. Chronische Müdigkeit kann auf Protein- oder Kaloriendefizit hinweisen. In intensiven Phasen ist Kreatin (3–5 g/Tag) ein evidenzbasiertes Supplement, das meine Athleten oft zur Unterstützung von Intensität und Regeneration nutzen.
Auf Thegofasternuns findest du bald konkrete Meal-Prep-Beispiele und einen einfachen Rechner, mit dem du deine individuellen Grammzahlen bestimmen kannst. Wenn du magst, schreib mir deine Trainingsbelastung und dein Gewicht — ich gebe dir eine grobe Zielvorgabe.