Abwärts laufen ist für viele Läuferinnen und Läufer gleichzeitig verlockend und furchteinflößend: Es lässt das Tempo steigen, setzt die Beinmuskulatur anders unter Spannung und erhöht bei mangelnder Technik das Sturzrisiko. In den letzten Jahren habe ich gezielt an meiner Bergabtechnik gearbeitet und zahlreich Athleten betreut, die ähnliche Fortschritte suchten. Hier teile ich einen kompakten, sechseinheiten-Plan mit konkreten Drills, Fehlern, die du vermeiden solltest, und praktischen Tipps, damit dein Tempo steigt und dein Sturzrisiko sinkt.
Warum gezieltes Bergabtraining sinnvoll ist
Viele Trainingspläne vernachlässigen gezielte Arbeit am Bergablaufen. Dabei entscheidet Technik oft mehr über Tempo und Sicherheit als reine Kraft oder Ausdauer. Mit optimierter Technik reduzierst du die Bremswirkung jeder Schrittlandung, sparst Energie und vermeidest unnötige Stöße aufs Knie- und Hüftgelenk. Kurz: Du kannst schneller laufen, ohne größeren Schaden zu riskieren.
Grundprinzipien, die du vor jeder Einheit beachten solltest
Bevor ich dir die sechs Einheiten vorstelle, drei Prinzipien, die ich immer wieder betone:
Die Ausrüstung: was hilft wirklich
Für Bergabtraining brauchst du keine Spezialausrüstung, aber ein paar Dinge können helfen:
Sechseinheiten-Plan (Progressiv, 2–3 Wochen)
Die sechs Einheiten sind so strukturiert, dass du technische Bausteine systematisch aufbaust. Führe die Einheiten idealerweise über 2–3 Wochen durch, mit mindestens einem Ruhetag oder lockerem Lauf zwischen zwei intensiven Sessions.
| Einheit | Inhalt | Dauer / Hinweise |
|---|---|---|
| Einheit 1: Wahrnehmung & Haltung | Leichte Abwärtspassagen, Fokus auf Oberkörper, Blick, Schrittfrequenz. 4×2min mit Geh-/Jog-Pausen. | 30–40 min gesamt, flache Steigung (3–6%). |
| Einheit 2: Technikdrills | High-Knees, Butt-Kicks, Fall-and-Catch, kurze Sprints bergab (6×15–20s). | 40 min, Aufwärmen + Technik + 10 min Cooldown. |
| Einheit 3: Kraft & Plyo | Einbein-Kniebeuge, Box-Sprünge, exzentrische Wadenübungen. 3 Runden. | 45–60 min, vorzugsweise Krafttrainingseinheit. |
| Einheit 4: Tempo bergab | 3×3 min kontrollierte schnelle Abschnitte bergab, Fokus Schrittfrequenz, Landung unter Körperzentrum. | 35–45 min, mittlere Steigung, gemessene Pausen. |
| Einheit 5: Technischer Trail/Variable Oberfläche | 30–40 min auf technischem Untergrund, Hindernisse beachten, Blickführung üben. | Langsam beginnen, Tempo nur dort, wo du sicher bist. |
| Einheit 6: Simulation & freie Fahrt | 30–40 min Lauf mit 5×1 min freiem Bergabtempo (renntempoähnlich) – Ziel: Fluss halten. | Vollständiges Warm-up + Cooldown. |
Details zu den Drills und was sie bringen
Ein paar Drills wiederhole ich besonders gern, weil sie sofort spürbare Verbesserungen bringen:
Fehler, die ich bei Läufern immer wieder sehe
Wenn ich Athleten korrigiere, stoße ich häufig auf diese fünf Fehler. Erkennst du dich wieder?
Wie du Fortschritt misst
Erfolg beim Bergablaufen ist nicht nur eine Frage von schneller oder langsamer. Nutze diese Indikatoren:
Sicherheit und Verletzungsprävention
Bergabtraining kann Knie und Quadrizeps stark belasten. Deshalb:
Tipps aus meiner Praxis
Einige praktische Hinweise, die meinen Athleten oft geholfen haben:
Wenn du den sechseinheiten-Plan durchgezogen hast, solltest du spürbar sicherer und schneller bergab unterwegs sein. Wenn du möchtest, kann ich dir das Programm individuell an dein Leistungsniveau anpassen oder eine Technik-Videoanalyse durchgehen — schreib mir einfach.